Wertedebatten

2007/09/30

Ich verstehe überhaupt nicht, was mit Wert gemeint ist. Wir richten unser Leben nach Werten aus, heißt eigentlich: wir benebeln und umwölken die Tatsachen mit Projektionen, die aus dem wertesetzenden Subjekt stammen. Der so verstandene Wert ist aber das Elendste, weil er keine Macht über das Leben hat, das uns im Vollzug trägt. Einen Sinn hätte die Rede von Werten nur, wenn man sie auslegend auf diesen Lebensvollzug bezöge, anstatt sich mit dem Abstractum des Wertes (und dem Gegensatz zur Tatsache) zufrieden zu geben. Wenn man über den Werterelativismus Klage führt, ist damit wohl ungeschickt zum Ausdruck gebracht, dass wir uns in unserem Leben nicht mehr getragen erfahren, dass uns die Erfahrung des absoluten Wertes verloren gegangen ist. Dieser Verlust ist eine tragische Größe.

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